Im Rausch der Daten

Die neuen, datengetriebenen Geschäftsmodelle im Internet der Dinge verlangen eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Karl-Heinz Land, Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD), hat die anstehenden Aufgaben für die Publikation „Neue Digitalisierung“ zusammengefasst. Im Vorwort dieser Beilage zur Tageszeitung „Die Welt“ schreibt er:

Die Digitalisierung stellt die Matrixfunktion unserer Zeit dar. Sie durchdringt alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft, vor allem in Form des Internets der Dinge (IoT), der neuen Infrastruktur des Wohlstands. Schon bald werden im IoT 40 bis 60 Milliarden Sensoren und Devices miteinander, mit den IT-Systemen der Unternehmen sowie mit den Verbrauchern kommunizieren. In der Folge wird das Datenuniversum schier explodieren. Experten rechnen damit, dass das weltweite Datenvolumen bis 2020, also in nur drei Jahren, auf 400 bis 600 Zettabyte anwächst– das sind kaum fassbare Zahlen mit 21 weiteren Nullen. Die im Jahr erzeugte Datenmenge betrüge dann das Zehnfache dessen, was noch 2014 durch die Netze gejagt wurde.

Dieses rasante, exponentielle Wachstum kennzeichnet die Digitale Transformationen und stellt die IT-Netzwerke der Unternehmen auf eine harte Belastungsprobe. Sie müssen diese Daten nicht nur transportieren und speichern, sondern auch zuverlässig und in Echtzeit wieder zur Verfügung stellen. Denn Realtime-Daten, die wie auf einem unendlichen Möbiusband im IoT zirkulieren, sind der Treibstoff dieser vernetzten Welt. Sie bilden nicht nur die Basis für effizientere und automatisierte Geschäfts- und Produktionsprozesse, sondern vor allem die Grundlage für neue, digitale Geschäftsmodelle. Anders gesagt: ohne Internet der Dinge und entsprechend leistungsfähige Netzwerke keine Industrie 4.0, ohne Internet der Dinge kein nachhaltiger Erfolg in den Konsumentenmärkten.

Vorsicht, Falle!

Die Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung, mit der Explosion der Möglichkeiten Schritt zu halten. Die Anforderungen an ihre IT-Infrastruktur sind immens. Schnell und verlässlich müssen sie sein, skalierbar und sicher. Nicht nur, weil Ausfallzeiten viel Geld kosten und im Zweifel den Betrieb lahmlegen, sondern weil in der hyperkonnektiven, datenbasierten Wirtschaft ein hohes Gut immer auf dem Spiel steht: das Vertrauen der Kunden. Sie geben ihre Daten in die Obhut der Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass alles getan wird, um Datendiebstahl und Datenmissbrauch zu verhindern.

Für die Unternehmen ist es längst keine strategische Option mehr, sich auf eine allumfassende Digitale Transformation einzustellen, sondern ein absolutes Muss. Zudem duldet die Aufgabe keinen Aufschub mehr.

Autor

Karl-Heinz Land ist CEO der Strategie- und  Transformationsberatung neuland, Digital Evangelist und Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD).

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