Warum Datenmanagement plötzlich sexy ist

Datenmanagement – von wegen dröge (©Elnur | Fotolia)

Datenmanagement war lange Zeit eine nüchterne Angelegenheit. Doch das ist vorbei. Unternehmen müssen einen Weg finden, um mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten.

Wir leben in einer Welt explodierender Datenmengen. Die mobile Internetnutzung, Social Media und das Internet der Dinge (IoT) treiben diese Entwicklung. Big-Data-Technologien machen es möglich, größere Datenmengen immer günstiger zu speichern. Auch unstrukturierte Daten können organisiert werden. Mit Hilfe intelligenter Verfahren lassen sich effektiv und schnell neue Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen. Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen haben ihren Weg von der Forschung ins „Business“ gefunden. Der Datenwissenschaftler („Data Scientist“) ist zu einem Beruf avanciert, der das Potential hat, die Welt zu verändern. Der Umgang mit den Daten gestaltet sich aber auch für Nicht-Experten einfacher:  Fachabteilungen erwarten längst, im „Self-Service“ auf die Daten zugreifen zu können.

Kein Zweifel: Daten werden zum Alleinstellungsmerkmal. Ohne Daten keine 360-Grad-Sicht auf den Kunden, keine in Echtzeit personalisierte „User Experience“, keine Predictive Maintenance oder Risikominimierung. Anders gesagt: Für diejenigen, die es zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen, ist Datenmanagement ziemlich sexy geworden.

Nichts ist so sicher wie der Wandel

Doch je bedeutender das Datenmanagement wird, desto größer werden die Aufgaben für die Unternehmen. Beispielsweise beschrieb kürzlich die IT-Verantwortliche einer Versicherung ihr wichtigstes, aktuelles Thema wie folgt:

„Unsere Business Intelligence-Lösungen kommen in die Jahre, die Technologie ist 20 Jahre alt. Wir suchen eine Lösung für die nächsten 20 Jahre.“

Wirklich? Wie wird die Welt in 20 Jahren aussehen? Welche Investition in diese Zukunft kann überhaupt sicher sein? Was ist der richtige Datenspeicher? Welcher Ansatz für Integrationen ist geeignet, welche Architektur? Welche Technologien kommen zum Einsatz? Was wird mit den Daten geschehen, wie werden sie verwendet?

Schwierige Fragen, denn mit Sicherheit können wir nur den stetigen Wandel voraussagen. Wie Daten morgen genutzt werden, vermögen wir heute nur vage am Horizont zu erahnen. Zudem werden wir in immer kürzeren Zyklen von neuen Fähigkeiten der KI überrascht. Die Halbwertszeit von Technologien im Big Data-Umfeld sinkt rapide. Wissen veraltet rasch. Schritt halten – das ist damit die wesentliche Herausforderung für Chief Information Officers (CIOs).

Und was folgt daraus?

Die Unternehmen stecken in einem Dilemma. Einerseits wird der Umgang mit Daten immer wichtiger, andererseits aber auch immer komplexer. Dass die Technologien immer kurzlebiger werden, macht den Job nicht einfacher.

Die Lösung kann deshalb nur auf der Meta-Ebene liegen: Unternehmen müssen sich von konkreten Technologien unabhängig machen. Betrachten man zum Beispiel das Thema Big Data, dann sind bei den Analyseverfahren Übergange von „Mapreduce“ zu „Spark“, „Spark 2.0“ und neuen Ansätzen wie „Apache Beam“ zu beobachten (es geht hier nur darum, die rasche Abfolge von Innovationen zu beschreiben, nicht um die konkreten Anwendungen). Für die meisten Organisationen ist es schlicht unmöglich, diesen technologischen Wandel mitzugehen.

Insofern empfiehlt sich die Wahl einer modellbasierten Plattform, die von den konkreten Technologien abstrahiert und dem Fortschritt folgt. Daraus resultiert letztlich die Chance, dem Wettbewerb einen entscheidenden Schritt zuvorzukommen. Ein wichtiger Treiber hierbei ist sicherlich die weltweit agierende Open-Source-Community. Sie sorgt  maßgeblich und mit immenser Geschwindigkeit für die Entwicklung im Big-Data-Umfeld.

Agil und erfolgreich

Die Zeiten haben sich gewandelt. Für den Erfolg ist Schnelligkeit wichtiger geworden als Größe. Wer im Zeitalter von Big Data und Realtime agil bleibt und neue Technologien schnell adaptieren kann, dem bieten sich Chancen am Markt. In vielen Fällen ist heute noch nicht absehbar, welche Möglichkeiten sich im Zuge der Digitalisierung wirklich eröffnen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit maximiert aber derjenige, der vorbereitet ist. Agilität siegt.

Autor

Dr. Gero Presser ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der QuinScape GmbH mit Sitz in Dortmund. Das 2001 gegründete Unternehmen beschäftigt über 100 Mitarbeiter und ist spezialisiert auf die Themen Apps und Portale sowie Integration und Analytics.

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