Der Trend zur Cloud ist unumkehrbar

Mehr als 40 Arten von Datenquellen nutzen Unternehmen (© canjoena | fotolia.de)

Wo speichern Unternehmen ihre Daten, und wie analysieren sie diese? Tableau hat die Datennutzung von 4000 Kunden untersucht. Danach wird die Big-Data-Landschaft vielfältiger.

Autor: Henrik Jörgensen

Früher war der Fall klar: Unternehmen bunkerten Informationen in einer Datenbank auf ihrem Server im Keller, besser noch auf der Festplatte eines Mitarbeiters. Heute liegen die Informationen in der Cloud, weil es angesichts explodierender Datenmengen flexibler ist. Doch so schwarz und weiß ist die Wirklichkeit nicht. Unternehmen kämpfen vielmehr mit einem wachsenden Wust unterschiedlicher Informationsquellen. Mehr als 40 Arten von Datenquellen nutzen Unternehmen – von Warehouses über Open-Source-Tools wie Hadoop bis zu Cloud-, lokalen und Hybrid-Datenbanken. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht zu Cloud-Daten von Tableau, der laufend aktualisiert wird. Der Spezialist für Business-Analytics-Software hat dazu anonym mehr als eine Million Datenquellen von 4000 Tableau-Online-Kunden ausgewertet, darunter Daten von kleinen Unternehmen ebenso wie von großen Konzernen.

Demnach ist der Trend zur Cloud rasant und unumkehrbar: Ende 2014 lag das Verhältnis von cloudbasierten und lokalen Datenquellenverbindungen bei 55 zu 45. Im ersten Quartal 2016 war es bereits 70 zu 30 – das ist eine Steigerung von 28 Prozent in 15 Monaten. Lässt man dateibasierte Quellen wie Excel und Webanwendungen wie Salesforce und Google Analytics außen vor, nutzen Tableau-Online-Kunden 32 unterschiedliche Typen von Datenbanken und Hadoop-Produkten. Zwei Drittel dieser Typen werden häufiger in der Cloud bereitgestellt als lokal.

Nicht alle Brücken abreißen

Die meisten Unternehmen scheinen dennoch nicht alle Brücken hinter sich abreißen zu wollen. Nach wie vor dominieren hybride Datenquellen mit einem Anteil von über 60 Prozent. Doch reine Clouddienste wie Amazon Redshift und Google BigQuery wachsen: von 12 Prozent aller Verbindungen Anfang 2014 auf 28 Prozent Anfang 2016.

Die Gründe für die wachsende Beliebtheit von Clouddiensten sind vielfältig. Erstmal sparen die Unternehmen mit der Cloud Kosten sowie Zeit für die Bereitstellung und Wartung, besonders, wenn neue Datenquellen hochgradig skalierbare Umgebungen erfordern. Das ist zum Beispiel beim Internet der Dinge der Fall, wo Sensoren und Maschinen einen wachsenden Datenstrom erzeugen. Eine skalierbare Cloud-Infrastruktur ist oft die einzige Möglichkeit, diese Daten zu erfassen und zu speichern. Das Marktforschungsinstitut Enterprise Management Associates schätzt, dass die Datensätze des Internet der Dinge inzwischen ein Drittel aller Daten in Cloud‑Umgebungen ausmachen.

Startups bilden einen noch kleinen, aber wachsenden Anteil des Marktes. Denn neue Unternehmen werden heute häufig in der Cloud geboren. Sie nutzen sie von Beginn an, häufig auch in Verbindung mit mobilen Geräten. In der Umfrage „Wisdom of Crowds“ von Dresner Advisory Service aus dem Jahr 2015 bezeichneten rund 70 Prozent aller befragten Personen die Unterstützung für mobile Geräte als „wichtig“, „sehr wichtig“ oder „entscheidend“ für Initiativen im Bereich Business Intelligence.

Hybrid wird Standard

Was folgt daraus für Unternehmen, die gerade ihre Datenumgebungen aufbauen, erweitern und mit dem Sprung in die Cloud liebäugeln? Sie sollten sich auf die Cloud konzentrieren, denn die Nutzer werden ihre Informationen künftig vermehrt genau dort suchen. Doch nicht alle Informationen können oder sollen in die Cloud verschoben werden:  Sensible Finanz- oder Gesundheitsdaten erfordern besondere Datensicherheit. Hybride Datenquellen, die sowohl lokal als auch in der Cloud liegen können, bauen eine solide Brücke, wobei sich auch hier der Schwerpunkt in die Cloud verschieben wird. Gartner sagt voraus, dass die hybride Bereitstellung von Daten bei der Geschäftsprozess-Software (ERP) bis 2018 der Standard sein wird.

Nach Erfahrungen von Tableau kommt es ohnehin nicht nur darauf an, wo die Daten liegen, sondern vor allem, wie sie genutzt werden. Unternehmen sollten bei der Auswahl ihrer Datenquellen auf größtmögliche Flexibilität zu achten.

Der Autor

Henrik Jörgensen, Tableau

Henrik Jörgensen

Henrik Jörgensen ist Country Manager DACH bei Tableau Software.