So werden Sie Datenexperte – in sieben Schritten

Am Anfang steht die richtige Frage (© ra2 studio | fotolia.de)

Hat sich unsere Kampagne ausgezahlt? Funktioniert die Zielgruppenansprache? Was können wir für die nächste Kampagne lernen? Die Analyse und Visualisierung von Daten ist in vielen Unternehmensbereichen mittlerweile unverzichtbar. Unser Gastautor wendet sich zwar an die Marketing-Experten, aber seine Praxistipps haben allgemeine Gültigkeit. So werden Sie Datenexperte:

Autor: Andy Cotgreave

Am Anfang steht die richtige Frage: Daten sind mehr als reine Zahlenreihen. Sie sind konzentriertes Wissen, mit dem sich die Herausforderungen von Marketeers lösen lassen. Ihre Aufgabe ist es, die richtigen Fragen zu stellen – und die Antworten in den Daten suchen. Die meisten Antworten führen dabei zu weiteren Fragen. Mit interaktiven Visualisierungen lassen sich auch diese beantworten. Vielleicht hilft Ihnen ja die Five-Why-Technik: Fragen Sie fünfmal „warum“, um auf den Grund der Dinge zu kommen.

Daten aus vielen Quellen auswerten: Verknüpfen Sie möglichst Daten aus unterschiedlichen Quellen und Herkunft. So lassen sich zum Beispiel Geo- mit Wetter- und Verkaufsdaten oder Facebook-Likes mit Kampagnen-Daten und Umsatzzahlen kombinieren. Auf diese Weise lassen sich Muster oder Korrelationen erkennen, auf die man sonst nicht gekommen wäre. Das berühmteste Beispiel ist Wal-Mart, die bei der Analyse von Kassenbons festgestellt haben, dass Windeln und Bier oft zusammen gekauft werden. Mit den richtigen Mitteln kann jeder Mitarbeiter solche Analysen durchführen.

Auch small ist schön: Allerdings muss es nicht immer gleich Big Data sein. Auch in kleinen Datenbeständen schlummern Schätze, die sich zu bergen lohnen – vor allem wenn man die Möglichkeit hat, die Daten selbst auszuwerten. Warum nicht einen Blick auf Kundenfeedback-Daten werfen?

Datenpflege? Schon, aber…: Datenprojekte scheitern oft daran, dass die Datensätze unvollständig oder ungepflegt sind. Natürlich lässt sich eine Analyse auch mit einem nicht hundertprozentig gepflegten Satz durchführen. In vielen Fällen kommt es nicht auf Perfektion an, sondern auf einen Trend oder eine erste Einschätzung. Auch bei der Analyse gilt das Pareto-Prinzip.

Excel? Perfekt, um Daten zu strukturieren: Excel ist perfekt, wenn es darum geht, Daten zu sammeln und zu strukturieren. Wenn es an allerdings an die Umsetzung der Tabellen in Grafiken geht, stößt das Programm schnell an seine Grenzen. Das machen andere Programme besser.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen: Die beste Analyse funktioniert natürlich über Bilder. Visualisieren, visualisieren, visualisieren lautet der Tipp. Viel hängt dabei von der Auswahl der richtigen Darstellungsform ab. Das fängt bei der Auswahl des Diagrammtyps an und hört bei der Wahl der Farben auf. Marketingexperten wissen, wie viel von der Verpackung abhängt. Ändern Sie die Schaubilder direkt in Ihrem Analysetool und probieren so unterschiedliche Ansätze aus.

Für Profis: Erzählen Sie mit Grafiken Geschichten: Wenn es die Zeit und die Umstände zulassen, können Sie mit Fakten Stories erzählen. Zeigen Sie den Verlauf von Ergebnissen über die Zeit, berücksichtigen Sie Wendepunkte, Widersprüche oder zeigen Sie Analogien zu anderen Bereichen auf.

Autor

Andy Cotgreave, TableauAndy Cotgreave ist Autor des Buchs “Big Book of Dashboards” und Technical Evangelist bei Tableau

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