StartupCon 2017: Mittelstand im Start-up-Modus

Startupcon 2017 in Köln (© davis | fotolia.de)

Wie lässt sich der Know-how-Transfer zwischen Mittelstand und Start-ups verbessern? Ist ein „deutsches Modell“ für die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Gründern denkbar? Diese Fragen diskutieren neuland.digital und die Initiative Deutschland Digital (IDD) auf der StartupCon 2017, zu der am 11. Oktober mehr als 5000 Besucher in der Kölner Lanxess-Arena erwartet werden.

„Der Standort Deutschland ist in der digitalen Welt noch nicht so recht angekommen“, erklärt Karl-Heinz Land, Gründer von neuland.digital und Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD) im Vorfeld der StartupCon 2017. „Mit dem Mittelstand und Start-up-Szene gibt es jedoch zwei Ressourcen, die gemeinsam die digitale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nachhaltig steigern können. Wir halten das Potenzial für so groß, dass es sich lohnt, das Thema systematisch zu entwickeln – bis hin zu einem ,deutschen Modell‘ für die Zusammenarbeit von Gründer- und Mittelstandsunternehmen.“

Betriebsmodus wechseln

Die Chance dazu liege in der besonderen Struktur der deutschen Unternehmenslandschaft. Der Mittelstand gilt als Rückgrat der Wirtschaft; er ist in seiner Art und Leistungsfähigkeit weltweit einzigartig. Seine Unternehmen profitieren von der Kooperation mit Start-ups auf vielfältige Art und Weise. Gemeinsame Projekte könnten zum Beispiel ein guter Einstieg sein, um einen geeigneten Betriebsmodus für die digitale Transformation zu finden, erläutert Land. Ein Ziel müsse dabei sein, datengetriebene, serviceorientierte Geschäftsmodelle in Unternehmen zu etablieren, die bislang vor allem in Produkten und Hardware gedacht haben. Zudem gelte es zu verstehen, dass sich die Unternehmen stärker untereinander vernetzen sollten, um gemeinsam überzeugende Lösungspakete für die Kunden anzubieten. Für diesen Wandel benötigen Mittelständler eine Kultur, die Abteilungsgrenzen und Hierarchien überwindet, gute Ideen und Wissen frei fließen lässt sowie flexible Formen der Zusammenarbeit erlaubt.

„Wenn diese Anforderungen erfüllt werden, transformieren sich die Unternehmen zu einer agilen Organisation, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient und kein oberflächliches Management-Sprech spiegelt“, so Land weiter. „Das Wichtigste aber ist: Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen müssen die Fahne in die Hand nehmen und bei der Digitalisierung voranschreiten. Ohne diesen Vorbildcharakter ist der notwendige Kulturwandel nicht zu schaffen. Ohne Qualifizierung der Mitarbeiter übrigens auch nicht.“

Zugang zu Märkten und Kunden

Die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand trägt auch für Start-ups Früchte. Im Konkurrenzkampf mit dem Silicon Valley fehlt deutschen Start-ups dessen rund laufende Geldmaschine, die unbedingte Bereitschaft der Investoren zum Risiko und damit die Chance, eine Geschäftsidee soweit zu skalieren, bis sie sich entweder durchsetzt oder mit einem großen Knall scheitert. Der Mittelstand kann diese Wettbewerbsnachteile dämpfen: als strategischer Partner, als Investor oder als Türöffner zu neuen Kundengruppen und Märkten. Zudem können die etablierten Unternehmen ihre Erfahrung in die Waagschale werfen und helfen, die „Wachstumschmerzen“ von Start-ups zu lindern. Diese treten auf, wenn Start-ups ihr Geschäftsmodell skalieren, aber beispielswiese mit den Human Resources, der Vertriebsorganisation oder der Finanzierung hinterherhinken.

Land ist optimistisch: „Schon diese exemplarischen Ansätze zeigen: Der deutsche Mittelstand und die Start-ups können gemeinsam viel erreichen. Voraussetzung für den Erfolg der Zusammenarbeit oder gar ein ,deutsches Modell‘ ist jedoch auch, dass der Staat seine Hausaufgaben macht und die digitale Infrastruktur entschieden ausbaut.“

Diskutiert werden diese Themen in den neuland- und IDD-Panels „Digitale Zukunft des Mittelstands“ auf der StartupCon 2017.

Programm der Paneldiskussionen „Digitale Zukunft des Mittelstands“:

StartupCon, Lanxess-Arena Köln, 11. Oktober 2017

Panel 1 14:30 Uhr:

Die Infrastruktur in NRW für die Zusammenarbeit von Mittelstand und Start-ups 

  • Carsten Wolff, Geschäftsleiter Markt und Kunde, Kostal Automobil Elektrik
  • Andree Groos, Geschäftsführer der Vaillant Group
  • Oliver Kehrl, CDU-Politiker und Mitglied des Landtags NRW
  • Gerrit Schumann, Chief Digital Officer der Verlagsgruppe Handelsblatt

Moderator: Karl-Heinz Land, Gründer der Strategieberatung neuland.digital und Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD).

 

Impulsvortrag 15:10 Uhr:

Michael Nilles, Chief Digital Officer (CDO) der Schindler Group

 

Panel 2 15:25 Uhr:

High-Tech-Unternehmen und die Kooperation mit Startups

  • Michael Nilles, Chief Digital Officer der Schindler Group
  • Timotheus Hofmeister, Geschäftsführer von Tracto-Technik
  • Tomas Hedenborg, Group CEO von Fastems Systems

Moderator: Karl-Heinz Land, Gründer der Strategieberatung neuland.digital und Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD).