Digitalisierung: Viel Luft nach oben für die Fertigungsindustrie

„Aufbruch in die digitale Transformation“ hat Fujitsu seine Trendstudie über die Digitalisierung der Fertigungsindustrie betitelt. Sie wurde von CXP Group Company PAC im Auftrag von Fujitsu erstellt. Mit der Untersuchung möchte das Unternehmen die Perspektive auf das Konzept der „Industrie 4.0“ erweitern, denn bislang wird darüber vor allem mit fokussiertem Blick auf optimierte Fertigungsprozesse diskutiert. Die Studie bezieht deshalb auch Aspekte wie Serviceinnovationen und Kundenbeziehungen und -loyalität in die Betrachtung mit ein. Hier die Kernergebnisse, zu denen mehr als 160 Befragte in der Fertigungsindustrie beigetragen haben:

Großunternehmen sind aufgeschlossener und bereits weiter

Ob es um die Relevanz, die Strategie, die technischen wie organisatorischen Grundlagen oder die Investitionspläne in Sachen Digitalisierung geht – durchweg schneiden in der Untersuchung große Unternehmen besser ab als kleine. Das spiegelt sich auch in der bereits gesammelten Erfahrung mit einschlägigen Projekten wieder. Unter den kleinen Firmen sind es 31 Prozent, die bereits Projekte abgeschlossen haben, unter den großen Unternehmen 38 Prozent. Für David wie Goliath gilt jedoch: Es gibt noch viel Luft nach oben, vor allem für jene 28 Prozent der Unternehmen, die noch nicht einmal die Pilotphase ihrer Projekte erreicht haben.

Sicherheit ist das zentrale Thema

Es gibt bereits eine sehr breite Basis an Sicherheitsinstallationen in den Unternehmen, und zwar bei 81 Prozent der Befragten. Dennoch sind bei 75 Prozent Investitionen der in die Security geplant, insbesondere für einen umfassenderen Schutz der Produktionsumgebung. Diese hohen Werte zeigen die aus Sicht von Fujitsu herausragende Bedeutung des Themas.

Die Cloud-Nutzung steigt

Cloud-Computing wird häufig von Sicherheitsbedenken begleitet. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass die Cloud in der Produktion und in der Produktentwicklung weniger verbreitet als etwa in der Kundenbetreuung. Doch die Situation wandelt sich: In allen abgefragten Segmenten (Produktion, Kundenschnittstelle, Produktentwicklung) wollen Unternehmen verstärkt in die Cloud-Nutzung investieren. Bisher kommen Cloud-Anwendungen nur in 19 Prozent der Unternehmen zum Einsatz.

Die Produktion ist schon weit vernetzt

Die Frage nach dem Status quo in der Produktion zeigt, dass Produktionssteuerungen, Supply-Chain-Management-Anwendungen und Automatisierungen auf breiter Basis vorhanden sind. Damit werden bereits viele Daten gesammelt und gespeichert, die Analyse der Daten hinkt diesem Fortschritt allerdings hinterher. Die ausgeprägten Investitionsabsichten für IoT-Plattformen zeigen, dass die befragten Unternehmen ihre Kapazitäten zur Datenanalyse aufstocken. 43 Prozent haben das IIOT („Industrial Internet of Things“) im Einsatz, 61 Prozent planen (weitere) den Auf- und Ausbau.

 


Fujitsu-Forum in München

Schon vorgemerkt? Zum Fujitsu Forum am 8. und 9. November 2017 in München werden mehr als 12.000 Entscheider und Profis aus der Informations- und Kommunikationstechnologie erwartet. Gemeinsam mit den Fujitsu Experten diskutieren sie zentrale Themen des digitalen Wandels, und zwar Künstliche Intelligenz (KI), das Internet of Things (IoT), Cloud Computing und Cyber Security. Zu diesen vier Bereichen präsentieren Fujitsu und seine Partner Ausstellung Innovationen, Lösungen und Zukunftsvisionen, und zwar in zahlreichen Keynotes, Breakout Sessions sowie auf einer umfangreichen Ausstellung. Das Motto des Fujitsu Forums: „Human Centric Innovation: Digital Co-Creation.“ Information und Anmeldung:

https://www.fujitsu.com/de/microsite/forum-2017


Digitalisierung ebnet Weg zu neuen Produkten und Services

Befragt nach den angestrebten Geschäftsservices auf Basis von Digitaltechniken, zeigt sich ein klarer Schwerpunkt auf intelligente Wartungsdienste. „Predictive Maintenance“ ist bereits bei 52 Prozent der Unternehmen ein Thema. 65 Prozent planen Investitionen für die vorausschauende Wartung.

Aber auch intelligentere Produkte und der Ausbau der Ökosysteme werden häufig als konkrete Pläne genannt. Um sie zu verwirklichen, fließen Investitionen in Sensoren, Sicherheit, Cloud und mobile Applikationen.

Kundenservices werden intensiviert

Die Studie berichtet von einer großen Bereitschaft der befragten Unternehmen, in digitale Lösungen zur besseren Kundenbindung zu investieren. Dazu zählen etwa Analysetools zur Datenauswertung, Community- und Support-Plattformen, Cloud-Applikationen (etwa CRM, Community-Plattformen, Self-Service-Portale) und mobile Apps sowie die Integration des Kunden-Front-end mit dem Backend.

Ressourcen-Engpässe bremsen Digitalisierungsprojekte

Unzureichende Ressourcen und Skills werden von 64 Prozent der Befragten als Hindernis für Digitalisierungsprojekte genannt. Bei solchen Problemen könnte es hilfreich sein, einen externen Dienstleistern hinzuziehen. Insgesamt besteht eine hohe Bereitschaft, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, insbesondere, wenn es um SAP-Modernisierungsprojekte und Security-Lösungen geht. Überall dort, wo Projekte stark mit Kerngeschäften verwoben sind, sinkt die Bereitschaft, Partner von außen einzubinden.

Fazit

Die Studie spiegelt eine Branche in Transformation. Weder sind alle Potenziale der Digitalisierung erkannt noch sind sie gehoben. Aber die erfolgten und geplanten Investitionen in Prozesse, Vernetzung und Technologie weisen in die richtige Richtung. Mehr Nachdruck würde den Wechsel in die digitale Welt gleichwohl beschleunigen: Die Digitalisierung steht auch im Jahr 2017 bei der Hälfte der Unternehmen nicht oben auf der Vorstandsagenda. Nur ein Drittel verfügt bereits über eine dezidierte Digitalstrategie.

(Redaktion IDD)