Digitalisierung in der Logistik (Quelle: © zapp2photo | fotolia.de)

Die Digitalisierung der Logistik hinkt immens hinterher – das hat jetzt ein Report des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie offenbart. Sogar 52 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Logistik meinen, dass ihr Unternehmen keine Digitalisierung brauche. So verwundert es nicht, dass die Logistikbranche den vorletzten Platz – vor dem Gesundheitswesen – beim Wirtschaftsindex Digital 2017 nach einer Befragung von Kantar TNS belegt.

Wirtschafstindex DIGITAL nach Branchen 2017 vs. 2022 (Kantar TNS)

Wirtschafstindex DIGITAL nach Branchen 2017 vs. 2022 (Kantar TNS)

Wieso halten Logistik-Unternehmen die Digitalisierung nicht für notwendig? Die Situation hierzulande ist geradezu paradox: Traditionelle Logistik-Unternehmen scheinen die Vorteile digitaler Prozesse  offensichtlich nicht für sich erkannt zu haben – während Start-up-Unternehmen die Logistikbranche geradezu für äußerst attraktiv und lukrativ halten. Unternehmen können Start-Ups als Quelle für neue Ideen und Inspirator für Innovationen nutzen. Gleichzeitig sind Start-Ups aber auch dafür bekannt, Branchen auf den Kopf zu stellen und damit alt eingesessene Unternehmen vom Markt zu verdrängen. Die Logistikindustrie befindet sich genau in dieser Phase!

Im Schnitt wird sogar alle fünf Tage ein neues Logistik-Start-up gegründet. Und: Die Investitionen in Start-ups des Logistiksektors sind weiterhin steigend. Vor allem die USA und Asien finanzieren diese jungen Unternehmen: Jeweils etwa 45 Prozent der gesamten Investitionen gehen in Logistik-Start-ups. In Europa sind es lediglich fünf Prozent. Die entsprechende Marktanalyse zeigt aber auch zunehmend Gründungen von Logistik-Start-ups in Deutschland sowie wachsende Investitionen in diesem Feld.

Logistik-Startups in der Dach-Region: starkes Wachstum, breites Portfolio

Für Deutschland bildet die Logistik mit relevanten Unternehmen wie DHL, DB Schenker und Dachser eine der wichtigsten Wirtschaftsbereiche nach der Automobilwirtschaft und dem Handel. Ob wir es schaffen, weiterhin auf einer der Spitzenpositionen zu bleiben, hängt davon ab, wie schnell Unternehmen auf Digitalisierung umstellen, und wie erfolgreich sich deutsche Logistik-Start-ups durchsetzen können.

 

Frischer Wind kommt aus den USA. Hier haben sich Amazon und Uber in den letzten Jahren immer mehr zu Logistik-Unternehmen entwickelt. Mit UberFreight bietet das ursprüngliche Taxi-Unternehmen eine digitale Spedition für den LKW-Güterverkehr. Der Service verbindet Verlader und Transporteur direkt miteinander. Auch Amazon arbeitet an einer ähnlichen Anwendung. Beide Unternehmen zeigen außerdem innovative Lösungen bei der Zustellung auf der letzten Meile: Mit AmazonFlex und UberRush werden Privatpersonen zu Paketboten, die mit ihren eigenen Fahrzeugen Pakete für Amazon beziehungsweise für andere, kooperierende Unternehmen ausliefern.

Bislang sind zwar die meisten Dienstleistungen noch nicht in Deutschland verfügbar, aber   AmazonFlex startete im Herbst letzten Jahres in Berlin: Es bleibt spannend, wer und was als nächstes kommt.

 

mazon vs. Uber Wie zwei Riesen die Logistikbranche aufmischen

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